Gesundheit
Ich befürworte in der Gesundheitspolitik die duale Koexistenz von staatlicher Pflichtversicherung für die Grundversorgung und privater Zusatzversicherung für zusätzliche Gesundheitsleistungen, die nicht der Grundversorgung zuzurechnen ist. Im jetzigen Gesundheitssystem gibt es eine immer stärkere Tendenz des Auseinanderdriftens der Gesundheitsleistungen für gesetzlich Versicherte gegenüber privat versicherten Patienten. Die meisten gesetzlich Versicherten werden schon die Erfahrung gemacht haben, dass Arzttermine oft nur mit wochenlanger Wartefrist zu bekommen sind. Gerade dann, wenn das Quartal angefangen hat, ist ein Termin häufig erst zum Anfang des nächsten Quartals zu bekommen, da die Ärzte sonst befürchten müssen den gesetzlich Versicherten umsonst behandeln zu müssen, wenn das Budget erschöpft ist. Umgekehrt werden an vielen Privatversicherten oftmals unnötige Untersuchungen vorgenommen, welche dann der privaten Krankenkasse in Rechnung gestellt wird. Dies wird mittlerweile auch für die privaten Krankenkassen zum Problem.
Deshalb befürworte ich das Modell der Bürgerversicherung, in welches ausnahmslos alle einzahlen, um die Grundversorgung auch in Zukunft zu gewährleisten. Im Bereich der Zusatzleistungen bietet sich ein privatwirtschaftliches Modell mit starkem Wettbewerb an, da hier keine zwingend notwendigen Leistungen erbracht werden müssen und somit die Privatwirtschaft sich nicht gegenüber dem Bürger übervorteilen kann, wie es derzeit teilweise auf dem Energiemarkt zu beobachten ist.
Die Gesundheitsversorgung ist ein Bürgerrecht und in einer solidarischen Gesellschaft muss garantiert sein, dass jeder das Recht auf eine angemessene Grundversorgung hat. Diese darf selbstverständlich nicht so ausgestaltet sein, dass im Leistungskatalog nur ein absoluter Mindeststandard definiert wird. Vielmehr sollte der Grundsatz eingehalten werden, dass nur solche Leistungen nicht als Grundversorgung angesehen werden dürfen, die klar als Luxus zu betrachten sind (z.B. Einzelzimmer im Krankenhaus, Anspruch auf Behandlung durch einen Professor, etc..).
Zusätzlich sollte in der Gesundheitspolitik weitaus mehr für die Gesundheitsvorsorge getan werden, da diese später entstehende, hohe Kosten der Behandlung in vielen Fällen vermeiden würde. Hier bieten sich viele Möglichkeiten an, wie z.B. verstärkte Aufklärungsmaßnahmen bezüglich der Ernährung in den Schulen, verstärkte Werbung für kostenlose Vorsorgeuntersuchungen, etc..



