Bildung

Written by Administrator on 08 Dezember 2010

Allgemein

Der Staat hat für die Bildung mehr Ressourcen freizumachen. Der prozentuale Anteil an Geldern, die insgesamt in die Bildung investiert werden liegt unterhalb des EU-Durchschnitts. Insbesondere die Grundschulen, die für den weiteren Bildungsweg ausschlaggebend sind, sind massiv unterfinanziert. Eine Gesellschaft, die an der Bildung ihrer Kinder sparen will nimmt jedoch Ungerechtigkeit und Ungleichheit in Kauf. Gerade die frühe Lebensphase muss staatlich stark gefördert werden, um selbständige und selbstbewusste Persönlichkeiten hervorzubringen, die in ihrer späteren Lebensphase die Gesellschaft tragen werden.

Schule

Beim Schulkonzept plädiere ich für den Ausbau der Gesamtschule bei gleichzeitiger, ausreichender finanzieller und personeller Förderung. Daneben soll nur noch das Gymnasium bestehen bleiben, um auch sehr leistungsfähigen Schülern eine angemessene Schulform zu gewährleisten. In der Gesamtschule, die in den skandinavischen Ländern stark ausgebaut ist und diese Länder in den Pisatests überdurchschnittlich abgeschnitten haben, ist es möglich auch Kinder aus sozial schwachen Strukturen bestmöglich gemäß ihren Fähigkeiten zu fördern. Das Argument, dass Gesamtschulen gegenüber dem Gymnasium durchweg schlechter abschneiden, ist insofern zu entkräften, dass den Gesamtschulen bisher nur eine unterdurchschnittliche Finanzierung ermöglicht wurde. Eine Gesamtschule wird nicht nur deswegen gleich zum Bildungsparadies, weil dort theoretisch alle Schüler gemäß ihrem Können in jedem Fach individuell eingestuft werden. Um die individuelle Förderung zu verwirklichen sind kleine Klassen (Obergrenze 20 Schüler) und ausreichend qualifiziertes Personal nötig, damit die Gesamtschule ihre strukturelle Unterlegenheit gegenüber dem Gymnasium (immerhin werden hier unterschiedlich leistungsfähige Schüler aufgenommen, beim Gymnasium ist die Leistungsfähigkeit der Schüler heterogener) ausgeglichen werden kann. Private Schulen sind beizubehalten, wobei sich die staatliche Förderung stärker auf die staatlichen Schulformen konzentrieren soll.

Weiterhin sind Lehrer besser zu bezahlen und es ist darauf hinzuarbeiten, dass Lehrerbild in ein positiveres Licht zu rücken. Lehrer sind keine "Faulpelze", die es nicht zu was "Höherem" geschafft haben, sondern in der überwiegenden Mehrzahl sehr engagierte Menschen, die oftmals mehr als 40 Stunden für ihren Job aufbringen. Es ist nicht einzusehen, wieso ein Unternehmensmanager hoch angesehen und hoch bezahlt wird, obwohl dieser nur zum Teil für Menschen (die Angestellten des Unternehmens) verantwortlich ist und ansonsten nur für Waren oder Dienstleistungen, ein Lehrer jedoch nur einen Bruchteil verdient und ein wesentlich niedrigeres Ansehen hat, obwohl dieser vollständig für Kinder verantwortlich ist, welche im Erwachsenenalter unsere Gesellschaft tragen sollen.

Universität

Die Studentenproteste haben gezeigt, dass die Bologna Reform gescheitert ist. Das sogenannte "Turbostudium" in sechs Semestern lässt Studenten keine Möglichkeiten sich außerhalb ihres Hauptfaches in andere Fächer einzuschreiben. Zudem wurde das Studium stark "verschult", so dass das Studium jeden nur noch zum "Fachidioten" befähigt. Die Regelstudienzeiten sind zu verlängern, um den Studenten einen breiteren Wissenszugang in der Universität zu ermöglichen.

Ein weiterer Schwachpunkt sind Studiengebühren in vielen Bundesländern. Diese hindern entweder weniger finanziell starke oder finanziell weniger geförderte Hochschulgangsberechtigte ein Studium aufzunehmen oder dieses nur unter der Bedingung einer hohen Verschuldung in Kauf zu nehmen. Schon heute sind viele Studenten auf Bafög angewiesen und haben nach dem Studium schon hier teilweise hohe Beträge (bis zu 10000 Euro) zurückzuzahlen. Eine weitere Verschuldung durch Studiengebühren lässt die Hochschulen und die Menschen vollständig "ökonomisieren" und der wichtige kulturelle Aspekt des Studiums rückt in den Hintergrund. Natürlich müssen auch die Hochschulen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln und auch die Studenten müssen später ihre Rolle in der Berufswelt finden, aber unter dem Gesichtspunkt, dass Deutschland prozentual zum Bruttoinlandsprodukt wenig Geld in die Hochschulen steckt, zeigt ganz klar auf, dass der politische Wille jedem die Möglichkeit eines Studiums zu gewähren derzeit nicht gegeben ist.

Anstatt Studiengebühren einzuführen sind diese abzuschaffen und das Bafög durch ein Elternunabhängiges Studiengeld zu ersetzen, wie es in den erfolgreichen skandinavischen Ländern längst praktiziert wird.

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by Matthias Heppner about 13 hours ago